Freie Gesundheitsleistungen


Freie Gesundheitsleistungen (FGL) sind Leistungen der Selbstzahlermedizin, die sich durch Transparenz definieren:

–       Transparenz in der Qualität der Leistung. Die ÄGGP arbeitet derzeit an Empfehlungs- und Wirksamkeitsangaben zu den einzelnen Leistungen, deren Spanne über 5 verschiedene FGL-Evidenzkategorien reicht:

  • Die FGL werden medizinisch klar verständlich und mit ihren Indikationen und Risiken dargestellt
  • Alternativen der GKV werden, wenn vorhanden, genannt
  • eine Preisspanne wird angegeben

–       Transparenz in der FGL-Generierung über die Plattform „wiki-medi.de“ nach dem Wikipedia-Prinzip

–       Neue Leistungen werden umgehend auf den Prüfstand gestellt und prominent hervorgehoben

–       Die ÄGGP arbeitet an einem Konzept der Zertifizierung unter dem Schlagwort „Ärzte für Freie Gesundheitsleistungen“

–       Derzeit besteht ein Verhaltenskodex, dem sich Ärzte anschließen können und der  von Patienten eingesehen werden kann

–       Die ÄGGP informiert die Öffentlichkeit über Entwicklungen innerhalb der FGL.

FGL weisen mindestens die wissenschaftliche Empfehlungsstärke von Good Clinical Practice auf, die Behandlungs- oder Diagnoseverfahren erhalten, wenn sie allgemein üblich sind und innerhalb der Konsensgruppe (der anbietenden Ärzte) auf einer Übereinkunft über das Verfahren beruhen. Diesem Qualitätsstandard fühlt sich die ÄGGP verpflichtet. Letztlich entscheidet nach Inanspruchnahme der Patient in einer Bewertungsskala über Sinnhaftigkeit und Effektivität der FGL.

Mit dieser Transparenz unterscheiden sich FGL fundamental von IGeL (Individuellen Gesundheitsleistungen). Unter IGeL werden auch Leistungen subsumiert, die als FGL keine Anerkennung finden würden. Die ÄGGP distanziert sich vom Begriff IGeL auch, weil er durch seine mangelnde Transparenz zu einem Instrument geworden ist, ärztliche Leistung abzulehnen.

Allerdings: Kein Arzt igelt! Der Arzt diagnostiziert und behandelt seine Patienten. Gleichwohl werden seriöse ärztliche Leistungen aus dem Selbstzahlerbereich mittlerweile pauschal mit dem Dysphemismus ” Igel”  diskreditiert, gleichermaßen werden Ärzte zu ” Abzockern”.  Zum Schutz des Patient-Arzt-Beziehung stellt sich die ÄGGP gegen die Begrifflichkeit ” IGeL” und entwickelt für die Selbstzahlermedizin das Konzept der Freien Gesundheitsleistungen .

Im Gegensatz zu IGeL sind FGL qualitätsgesichert, transparent, überprüft und überprüfbar. Sie stellen das die versorgende Kassen-Medizin ergänzende Segment ärztlicher Heilkunst dar.

Versicherte und Patienten machen immer häufiger die Erfahrung von Leistungseinschränkungen in der Medizin der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Die GKV muss vielen Anforderungen gerecht werden, daher sind ihre Mittel begrenzt (Budgetierung). Die FGL stehen also für den Teíl der Medizin, der sich außerhalb der budgetabhängigen Medizin des GKV-Gesundheitssystems etabliert hat. Dies vollzieht sich vor allem als Zusatzmedizin in der Behandlung und Diagnostik, als Teil der Präventionsmedizin und vielfältigen Beratungsleistungen. Sie sind eine Ergänzung der  Kassen-Medizin, die  im GKV-System gebunden ist und Beschränkungen unterliegt. Diese sind Ausdruck der Kassenleistungskriterien Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit, Notwendigkeit. Sie unterliegen oft langwierigen Genehmigungsverfahrens durch den G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss).

FGL stehen für eine zuwendungs- und eine an den individuellen Bedürfnissen des Patienten orientierte Medizin. Sie wurzeln in der Erfahrungskompetenz des Arztes, sind wissenschaftlich verankert und werden von solchen Ärzten und Ärztinnen erbracht , die sich der notwendigen Qualität wie später ggf. auch einer Zertifizierung verpflichtet fühlen.

Die FGL sind aber in keiner Weise Ersatz oder Alternative für das weltweit angesehene und herausragende Gesundheitsversorgungssystem in Deutschland und somit kein Wegbereiter oder Befürworter einer Zweiklassen-Medizin, sondern verkörpern neben Information und Transparenz normative und qualitätssichernde Aufgaben in der Selbstzahlermedizin.

FGL sind ist nicht notwendigerweise evidenzbasiert (wie auch die meisten GKV-Leistungen nicht), können aber im Krankheitsfall und im Gesundheitsverhalten des Einzelnen außerordentlich sinnvoll und hilfreich sein und zur besseren Gesundheitsversorgung in Deutschland beitragen.

Den Informationsaustausch über die Freien Gesundheitsleistungen werden wir als Projektleiter und Vorsitzende einer Ärztlichen Gesellschaft im Austausch mit den zuständigen Fachgesellschaften und Berufsverbänden beständig ermöglichen und damit auch die Bedeutung dieser Leistungen für Gesundheitserhaltung und Gesundheitsvorsorge unterstreichen.