Schon die Beratung zu IGeL ist IGeL


Beratungen zu einer IGe-Leistung sind selber IGeL. Dies nicht nur dann, wenn sie im Rahmen eines gesonderten IGeL-Termins erfolgen, sondern auch, wenn sie der „eigentlichen“ IGe-Leistung (z.B. einer nachfolgenden Behandlung) vorangehen und im Rahmen eines Termins zu GKV-Leistungen erfolgen.

Dagegen wird immer noch das Argument der „unteilbaren Beratung“ angeführt. Das gilt aber nur innerhalb eines Vergütungssystems. Schon 2001 hatte die KBV das klargestellt. Damals ging es um die Beratungen (und Untersuchungen) zur Glaukom-Früherkennung, die häufig im Rahmen einer kurativen GKV-Leistung stattfanden. Bei deren Abrechnung waren (damals mit der Ordinationsgebühr) auch Beratungen erfasst. Die KBV: „Auch eine Beratung unter verschiedenen Aspekten kann derart verlaufen, dass einmal eine Berechnung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen und einmal eine private Liquidation vorgenommen werden kann.“

In der Theorie damit klar, ist das in der Praxis aber nicht immer einfach. Die Patienten empfinden die Beratung als einen Vorgang. Ihnen einfach im Gespräch zu sagen „Weiterreden wird privat liquidiert“ dürfte schwierig sein. Einfacher ist das, wenn der Patient selber auf die IGe-Leistung zu sprechen kommt, z.B. wenn er durch Plakate oder Flyer schon informiert ist. Dazu kommt, dass Gefahr besteht dem Vorwurf einer Doppelabrechnung ausgesetzt zu werden. Dagegen hilft eine gute Dokumentation der voneinander verschiedenen Beratungen. Zusätzlich muss mit dem IGeL-Patienten ein schriftlicher Behandlungsvertrag geschlossen werden, in dem dann auch die „Eingangsberatung“ angeführt ist. Ein weiteres Problem ist, dass der Patient sich hier rasch entscheiden muss. Das könnte man lösen, indem, falls er sich gegen die IGe-Leistung entscheidet, auch die Beratung nicht berechnet wird.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Berechnung der „Eingangsberatung“ zu IGeL anlässlich eines GKV-Termins?

Quelle: facharzt.de, Dr. med. Kleinken, 24.01.2014


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Ein Gedanke zu “Schon die Beratung zu IGeL ist IGeL

  • Norbert

    Den Vorwurf einer Doppelberatung umgeht man, wenn man mit einem Hinweis auf free-med den Patienten veranlasst, sich über die IGe-Leistung im Internet zu informieren.
    Kommt der Patient beim nächsten Besuch oder telefonisch auf das Angebot zu sprechen, ist das eine Beratung zu IGeL. Im Übrigen haben Sie es mit free-med und der wiki-medi Online-Enzyklopädie in der Hand, den Patienten zu einer ärztlich verantworten Informationsquelle zu IGeL, die dort unter Freien Gesundheitsleistungen subsummiert werden, zu führen. Landen diese beim IGeL-Monitor der Krankenkassen, werden Sie schnell zum „Abzocker“, während der Patient mit Bewertungen wie „unklar“ oder „tendenziell negativ“ dort lediglich verunsichert wird und Sie mit der FGL-Beratung mehr Aufwand haben als nötig.