Streit um Freie Gesundheitsleistungen (IGeL/FGL)


Mit Schlagzeilen wie „Ärzte zocken ihre Patienten ab“, „Kaum Informationen zu Selbstzahlerleistungen“, „Patienten werden zu wenig aufgeklärt“ wird den Patienten und Nutzern des zweiten Gesundheitsmarkts durch die Boulevard-Medien ein negatives Bild sowohl der angebotenen Leistungen als auch der Ärzteschaft selbst in den Kopf gesetzt. Mit verantwortlich für diesen schlechten Ruf ist die scharfe Kritik an den Freien Gesundheitsleistungen von Seiten des von Krankenkassen finanzierten Online-Protals „IGeL-Monitor“.

Wir von free-med Infoportal zeigen gemeinsam mit der Ärztlichen Gesellschaft für Gesundheit und Prävention (ÄGGP) und dem Ärztenetz in der Selbstzahlermedizin (ÄNEIS) die Wichtigkeit und den Nutzen  der mehr als 400 Freien Gesundheitsleistungen (FGL/IGeL) und sorgen mit unserem patientenorientierten Informationsportal für mehr Transparenz.

 

Wie viel ist also wirklich dran am „IGeL-Ärger“?

Der online Nachrichtendienst „durchblick gesundheit“ klärt auf. Der  Artikel „Der Sturm im Wasserglas“ von Marco Münster zeigt die wahren Probleme um den Streit über FGL auf.

Zum Artikel: Der Sturm im Wasserglas

 

Geschäftsführer von free-med Infoportal und Mitbegründer ÄGGP Dr. Norbert Panitz stellt sich als Experte für Selbstzahlerleistungen  den kritischen Fragen des Journalisten:

Klären Ärzte ihre Patienten zu wenig auf, wenn es um den Verkauf von Selbstzahlerleistungen geht?

Gerade bei innovativen diagnostischen Verfahren sind Ärzte gesetzlich verpflichtet, Patienten umfassend aufzuklären. Hier mangelt es bisher an einer einheitlichen Grundlage für den niedergelassenen Arzt, abgesehen von den Empfehlungen der Bundesärztekammer. Jetzt liegt mit www.free-med.net eine Online-Enzyklopädie für IGeL und freie Gesundheitsleistungen im Netz vor, mit der die Aufklärung der Ärzte und Patienten erheblich verbessert werden kann.

Wie sinnvoll sind Selbstzahlerleistungen eigentlich?
Es gibt gar keinen Zweifel, dass die rund 450 freien Gesundheitsleistungen sinnvoll sind. Dazu gehören allein 50 unterschiedliche ärztliche Beratungen und 25 zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, hinzu kommen viele innovative oder alternative Verfahren, 60 medizinisch-kosmetische, allein nahezu 50 psychotherapeutisch-psychiatrisch-psychosomatische Verfahren, über 50 sonografische und bildgebende Verfahren, die nicht von der Solidargemeinschaft getragen werden können. Es gibt nur etwa fünf Leistungen, die in der free-med-Enzyklopädie als nicht empfehlenswert beschrieben werden, wie z. B. die Colonhydrotherapie. Hinter diesen Einschätzungen stehen übrigens die ärztlichen Fachverbände und Experten.

Von derzeit 41 Behandlungen erhielten laut IGeL-Monitor 17 Untersuchungen die Bewertung „negativ“ oder „tendenziell negativ“ – der Schaden wird also als größer als der Nutzen bewertet. Zu Recht?
Die Machart des IGeL-Monitors disqualifiziert diesen für jedwede Orientierung oder gar als Maßstab für eine notwendige oder überflüssige Medizin. Stellen Sie sich vor, Ihr Arzt kommentiert ein Therapieverfahren mit „unklar“ oder „tendenziell positiv“– ich bin mir sicher, Sie würden nur den Kopf schütteln. Überlassen wir das Urteil also den ärztlichen Fachgesellschaften, die die notwendige Kompetenz haben. Auf free-med.net haben zusätzlich auch die Patienten das Wort und bewerten die Leistungen.

 

Interview mit Dr. Norbert Panitz, Facharzt  und Experte für Freie Gesundheitsleistungen

Quelle: http://www.durchblick-gesundheit.de/article/171999

 

Autor: Denise Freier