Zweitmeinung oder Dr. Google ?


Ärzte sind schon seit längerer Zeit keine Halbgötter in weiß mehr, die den Patienten vorschreiben können, was am besten für sie ist. Im Wandel der modernen Zeit  hat sich  das “shared decision” Modell, vor allem bei jüngeren Patienten, bereits vollends etabliert. Dies bedeutet übersetzt, den Arzt um Rat zu fragen, allerdings dabei seine eigene Meinung zu haben. Daraus resultiert häufig, dass Entscheidungen über gewisse Behandlungsmaßnahmen gemeinsam (“shared decision”) getroffen werden. Für Ärzte ist es manchmal nicht leicht den durch Dr. Google belesenen Patienten davon zu überzeugen, dass eine bestimmte Methode die richtige für ihn ist, auch wenn es weitere Möglichkeiten gibt. Dieses Modell ist unter Umständen auch nicht immer anwendbar. In vielen Fällen rettet die Expertise des Arztes entgegen des autonomen Patienten auch Leben ( z.B. bei schweren psychiatrischen Erkrankungen). Wir, die ÄGGP begrüßen dennoch diesen Wandel zu einem aufgeklärten und eigenverantwortlichem Patientenklientel. Denn eine Behandlungsmethode zu hinterfragen, sich zu informieren und sich ggf. auch eine Zweitmeinung einzuholen, spricht für das Interesse an der eigenen Gesundheit. Diese Patienten legen zu einem Großteil vermutlich auch großen Wert auf Prävention!

Dass viele Patienten die, vermeintlich unantastbare, Meinung ihres Arztes hinterfragen, zeigt auch eine Studie der Asklepios-Kliniken Hamburg. Hier wird berichtet, dass rund 65 Prozent der Deutschen im Anschluss an ihren Arztbesuch das Internet aufsuchen um sich umfangreicher über ihre Krankheit oder weitere Behandlungsmethoden zu informieren (z.B. Dr. Google oder persönliche Foren). Erst an dritter Stelle steht die Einholung einer Zweitmeinung durch einen weiteren Arzt. Trotzdem muss hier angemerkt werden, dass Ärzte nach wie vor mit 91% das meiste Vertrauen genießen. Um hier für eine bessere Information und Enscheidungsfindung zu sorgen, ohne sich zu sehr durch Dr. Google verwirren zu lassen, hat es sich die Asklepios Klinik zur Aufgabe gemacht, Patienten gezielt für Zweitmeinungen in verschiedenen Fachbereichen zur Verfügung zu stehen.(Quelle: www.presseforum.de )

Der Fokus des Projekts der Asklepios- Klinik liegt darin, Patienten adäquat bei ihrer Meinungsbildung und Informationsbeschaffung rund um ihre Krankheit zu unterstützen. Das von der ÄGGP ins Leben gerufene free-med Gesundheitsportal macht sich dies ebenfalls zur Aufgabe. Denn nicht nur allgemeine Behandlungsmethoden werden von Patienten hinterfragt. Medizinische Zusatzleistungen (IgeL) jeglicher Art nehmen, vor allem bezüglich der Gesundheitsprävention, einen immer höheren Stellenwert in der Medizin ein. Doch auch hier gibt es viele Zweifel bezüglich Nutzen und Sinnhaftigkeit. Unser großes Ziel ist es, dem aufgeklärten und mündigen Patienten mit free-med eine Informationsplattform zu bieten, die sowohl informiert, als auch eine interaktive Kommunikation mit Ärzten und anderen Patienten zulässt.